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Was kostet Altersvorsorge wirklich? Kostenarten verstehen

2. Juli 2026 · RentenPilot Redaktion

Was kostet Altersvorsorge wirklich? Kostenarten verstehenKI-generiert

Ob Produkt oder Beratung: Kosten fressen Rendite. Ein Überblick über die wichtigsten Kostenarten in der Altersvorsorge — und wie Sie sie erkennen.

Warum Kosten so entscheidend sind

Über 30 oder 40 Jahre entfaltet jede Prozentzahl an Kosten enorme Wirkung. 1 % zusätzliche jährliche Kosten können am Ende einer 30-jährigen Ansparphase leicht 20–25 % weniger Kapital bedeuten — bei sonst identischen Bedingungen.

Die wichtigsten Kostenarten

1. Abschlusskosten

Provisionen an Vermittler bei Vertragsabschluss, meist als Prozentsatz der Beitragssumme (Zillmerung). Werden häufig aus den ersten 5 Jahren der Beiträge verrechnet — bei früher Kündigung verlieren Sie einen Großteil der Einzahlungen.

Typisch:

  • Klassische Lebens-/Rentenversicherung: 2,5–4 % der Beitragssumme.
  • Riester/Rürup: begrenzt, aber vorhanden.

2. Laufende Verwaltungskosten

Jährlich vom Vertragswert oder Beitrag abgezogen.

Typisch:

  • Fondsgebundene Rentenversicherung: 1,0–2,5 % p. a. auf das Vertragsguthaben.
  • Klassische Rentenversicherung: 0,1–0,5 % p. a.

3. Fondskosten (TER + interne Transaktionen)

Innerhalb der gewählten Fonds. Bei ETFs deutlich niedriger (0,07–0,25 %) als bei aktiv gemanagten Fonds (1,0–2,0 %).

4. Bestandsprovisionen (Kickbacks)

Laufende Zahlungen des Produktanbieters an den Vermittler, meist 0,2–0,5 % p. a. Bei Honorarberatung (§ 34h GewO) müssen sie an den Kunden weitergegeben werden.

5. Depot- und Handelskosten

Bei ETF-Depots: Depotgebühr (oft 0 €), Ausführungskosten pro Sparplan (0–1,50 €), Spreads beim Kauf.

6. Beratungshonorar

Bei Honorarberatung direkt vom Kunden gezahlt — meist 100–250 €/Stunde oder ein Pauschalhonorar. Anders als Provisionen tauchen sie sichtbar auf der Rechnung auf.

So erkennen Sie Kosten

  • Produktinformationsblatt (PIB): gesetzlich vorgeschrieben, weist die Effektivkostenquote aus.
  • Standmitteilung: zeigt Verwaltungs- und Fondskosten der Vergangenheit.
  • Basisinformationsblatt (KID/PRIIP): strukturierte Kostenangaben.
  • Rückfrage im Beratungsgespräch: „Wie hoch sind die Gesamtkosten meines Vertrags in Prozent pro Jahr über die Laufzeit?"

Was Sie prüfen sollten, bevor Sie unterschreiben

  1. Effektivkosten p. a. über die volle Laufzeit — nicht nur einzelne Kostenblöcke.
  2. Kostenverlauf bei Kündigung nach 5, 10 oder 15 Jahren.
  3. Vergütungsform des Beraters (Provision / Honorar).
  4. Vergleich mit einer kostengünstigen Alternative (z. B. ETF-Depot ohne Versicherungsmantel).

Wichtig

Niedrige Kosten sind ein wichtiges, aber nicht das einzige Kriterium. Steuervorteile, Absicherungskomponenten und Flexibilität können Mehrkosten rechtfertigen — oder eben nicht. Eine strukturierte Bewertung leistet ein qualifizierter Berater; RentenPilot ersetzt keine individuelle Beratung.