Dritte Säule
Private Altersvorsorge
Die private Altersvorsorge ist freiwillig, kapitalgedeckt und vielfältig. Sie soll die Lücke schließen, die zwischen gesetzlicher Rente und gewünschtem Lebensstandard entsteht. Welche Bausteine passen, hängt von Zielen, Zeithorizont, Risikoneigung und Steuersituation ab — und gehört in eine individuelle Prüfung durch qualifizierte Berater.
KI-generiertWarum überhaupt privat vorsorgen?
Das gesetzliche Rentenniveau liegt aktuell bei rund 48 % des Durchschnittsverdienstes. Wer im Alter mehr benötigt — etwa für Miete, Reisen oder gesundheitliche Zusatzkosten — muss selbst vorsorgen. Auf Basis Ihrer Angaben zeigt unser Rentenlücken-Rechner eine Größenordnung, wie hoch die Lücke sein könnte.
Die private Vorsorge unterscheidet sich in einem zentralen Punkt von der gesetzlichen Rente: Sie ist kapitalgedeckt. Das heißt, Ihre Beiträge werden angelegt und wachsen (oder schwanken) mit dem Kapitalmarkt. Dadurch entstehen Chancen, aber auch Risiken.
Die vier großen Bausteine
Private Rentenversicherung: Vertrag mit einem Versicherer, der eine lebenslange Rente ab einem vereinbarten Alter garantiert. Klassische Varianten bieten Garantiezins, fondsgebundene Varianten setzen auf Aktien- oder Mischfonds. Vorteil: Absicherung des Langlebigkeitsrisikos. Nachteil: hohe Abschluss- und Verwaltungskosten, geringe Flexibilität.
ETF-Sparplan: Regelmäßige Einzahlungen in börsengehandelte Indexfonds über ein Wertpapierdepot. Vorteil: niedrige laufende Kosten (TER), volle Flexibilität, hohe Renditechancen bei langem Anlagehorizont. Nachteil: keine Garantien, Kursschwankungen, keine Rentenversicherungsform (Sie müssen später selbst „entnehmen").
Basisrente (Rürup): Steuerlich geförderte Leibrente, besonders attraktiv für Selbständige und Gutverdiener. Beiträge sind zu einem hohen Anteil als Sonderausgaben abzugsfähig; Auszahlung erfolgt später als steuerpflichtige Rente. Nachteil: nicht kündbar, nicht kapitalisierbar, nicht vererbbar (außer über Zusatzbausteine).
Immobilie: Selbstgenutztes Wohneigentum spart im Alter Miete („mietfreies Wohnen") — vermietete Immobilien liefern Zusatzeinkommen. Voraussetzung: solide Finanzierung, Rücklagen für Instandhaltung und keine Klumpenrisiken im Vermögen.
Kosten, Steuern, Flexibilität — die drei Prüfsteine
Vor jedem Produktabschluss lohnen sich drei Fragen:
- Was kostet mich das Produkt jährlich? Bei Versicherungen zählen Abschluss-, Verwaltungs- und Fondskosten. Bei ETFs zählt die Total Expense Ratio (TER) plus Depotgebühren. Faustregel: Jedes Prozent Kosten mindert die spätere Rente spürbar.
- Wie werde ich in Ansparphase und Auszahlungsphase besteuert? Rürup wirkt umgekehrt zur privaten Rentenversicherung: nachgelagerte Besteuerung vs. Ertragsanteil.
- Wie flexibel bin ich? Kann ich pausieren, ändern, entnehmen, vererben? Rigide Verträge passen selten zu einem 30-Jahre-Zeithorizont.
Bausteine kombinieren statt „das eine Produkt“ suchen
Sinnvoll ist in vielen Fällen eine Mischung: ein liquider Bestandteil (z. B. ETF-Depot) für Flexibilität und Rendite, ein rentenförmiger Bestandteil (z. B. gesetzliche Rente + ggf. private Rentenversicherung oder Rürup) für die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos, sowie ggf. eine Immobilie zur Reduktion späterer Wohnkosten.
Was für Sie passt, hängt von zu vielen Variablen ab, als dass eine Website es final klären könnte — Familienstand, Selbständigkeit, bestehende Verträge, steuerliche Situation, individuelle Risikotoleranz. Nutzen Sie die Rechner als Ausgangspunkt und lassen Sie die Feinabstimmung durch qualifizierte Berater vornehmen.
ETF-Marktüberblick
50 gängige ETFs — filterbar, sortierbar, neutral
Kern-Kennzahlen (Region, Assetklasse, Ausschüttung, TER) im Überblick. Keine Rangfolge, keine Produktempfehlung — nur Orientierung.