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Gesetzliche Rente, bAV und private Vorsorge: Die drei Säulen im Überblick

28. Juni 2026 · RentenPilot Redaktion

Gesetzliche Rente, bAV und private Vorsorge: Die drei Säulen im ÜberblickKI-generiert

Gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge greifen ineinander. Wer die Rollen und Grenzen jeder Säule kennt, kann Lücken gezielter schließen.

Die drei Säulen im Überblick

Das deutsche Vorsorgesystem stützt sich auf drei tragende Säulen. Sie sind rechtlich, steuerlich und wirtschaftlich unterschiedlich ausgestaltet — und ergänzen sich in der Praxis.

1. Gesetzliche Rente (1. Säule)

  • Trägerschaft: Deutsche Rentenversicherung.
  • Finanzierung: Umlageverfahren — heutige Beiträge finanzieren heutige Renten.
  • Anspruch: über Entgeltpunkte, multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert (39,32 € seit 07/2024).
  • Rentenniveau: rund 48 % (Standardrente mit 45 Entgeltpunkten, brutto vor Steuern und Sozialabgaben).
  • Zielgruppe: alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, Auszubildende, viele Selbstständige nicht.

2. Betriebliche Altersversorgung (2. Säule)

  • Trägerschaft: Arbeitgeber, meist über Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse oder Direktzusage.
  • Finanzierung: kapitalgedeckt — Beiträge werden am Kapitalmarkt angelegt.
  • Steuerliche Förderung: bis 8 % der BBG steuerfrei nach § 3 Nr. 63 EStG, davon bis 4 % sozialabgabenfrei.
  • Arbeitgeberzuschuss: bei Entgeltumwandlung mindestens 15 %, wenn Sozialabgaben eingespart werden (§ 1a Abs. 1a BetrAVG).
  • Zielgruppe: alle Beschäftigten mit Anspruch auf Entgeltumwandlung.

3. Private Vorsorge (3. Säule)

  • Formen: private Rentenversicherung, Riester-Rente, Basisrente (Rürup), Fonds- und ETF-Sparpläne, Immobilien.
  • Finanzierung: rein privat, teils staatlich gefördert.
  • Flexibilität: von starr (Riester/Rürup) bis frei (Depot).
  • Zielgruppe: alle — insbesondere Selbstständige, Beamte in Ergänzung, Gutverdiener zur Aufstockung.

Wie die Säulen zusammenspielen

Die gesetzliche Rente bildet für die meisten Erwerbstätigen die größte Einzelquelle im Ruhestand — reicht aber selten aus, um den bisherigen Nettolebensstandard zu halten. Die bAV nutzt Steuer- und Beitragsvorteile in der Ansparphase und den gesetzlichen Arbeitgeberzuschuss. Die private Vorsorge schließt die verbleibende Lücke und schafft Flexibilität — insbesondere bei kapitalgedeckten, kostengünstigen Produkten.

Was das für Sie bedeutet

  1. Renteninformation prüfen: Wie hoch ist Ihre voraussichtliche gesetzliche Rente? Rentenniveau ≠ Nettoauszahlung.
  2. bAV klären: Bietet Ihr Arbeitgeber bAV an? Wird der 15 %-Zuschuss gezahlt? Gibt es einen freiwilligen Zuschuss darüber hinaus?
  3. Vorsorgelücke abschätzen: Nutzen Sie den Rentenlücken-Rechner von RentenPilot oder vereinbaren Sie eine qualifizierte Beratung.
  4. Private Ergänzung planen: Erst danach Produkte auswählen — nie umgekehrt.

Wichtiger Hinweis

Die tatsächlich sinnvolle Zusammensetzung Ihrer Vorsorge hängt von Einkommen, Familiensituation, Beruf, Steuerklasse und Anlagehorizont ab. Individuelle Empfehlungen dürfen nur qualifizierte Berater mit § 34d, § 34f oder § 34h GewO-Erlaubnis aussprechen.