Altersvorsorge für Selbstständige: Handlungsfelder im Überblick
30. Juni 2026 · RentenPilot Redaktion
KI-generiertSelbstständige sind meist nicht gesetzlich rentenversichert. Welche Optionen es gibt, welche Pflichten bestehen und worauf zu achten ist.
Die Ausgangslage
Anders als abhängig Beschäftigte sind die meisten Selbstständigen nicht pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung. Ausnahmen gelten unter anderem für Handwerker, Künstler und Publizisten (Künstlersozialkasse), Lehrer, Pflegekräfte, Hebammen und einige weitere Berufsgruppen.
Ohne aktive Vorsorge droht im Alter eine deutliche Einkommenslücke — auch bei gutem Verdienst in der Erwerbsphase.
Die vier wichtigsten Handlungsfelder
1. Basisrente (Rürup)
- Zielgruppe: speziell für Selbstständige konzipiert.
- Förderung: Beiträge bis rund 27.566 € (2025) / 55.132 € (Verheiratete) sind zu 100 % als Sonderausgaben abziehbar.
- Auszahlung: ausschließlich als lebenslange Rente, nicht kapitalisierbar.
- Vererbbarkeit: nur mit optionaler Hinterbliebenenabsicherung.
2. Freiwillige gesetzliche Rentenversicherung
- Beiträge: frei wählbar zwischen Mindest- und Höchstbeitrag.
- Vorteile: Ansprüche auf Erwerbsminderungsrente (nach 5 Jahren Wartezeit + Mindestbeiträge), Reha-Leistungen, spätere Rente.
- Nachteil: keine Steuerförderung wie bei Rürup.
3. Berufsständisches Versorgungswerk
- Zielgruppe: Kammerberufe (Ärzte, Anwälte, Architekten, Steuerberater u. a.).
- Meist Pflicht: Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung möglich.
- Leistungen: Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenrenten.
4. Private kapitalgedeckte Vorsorge
- ETF-Depot: flexibel, kostengünstig, ohne Steuerförderung.
- Private Rentenversicherung: mit lebenslanger Rente, dafür meist höhere Kosten.
- Immobilie: als Eigenheim oder Kapitalanlage — abhängig von Region und Finanzierung.
Absicherung von Risiken nicht vergessen
Altersvorsorge ist nur eine Seite. Für Selbstständige besonders relevant:
- Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): private Absicherung meist zwingend, da gesetzliche Erwerbsminderungsrente fehlt oder gering ist.
- Krankenversicherung: Wahl zwischen GKV (freiwillig) und PKV — mit langfristigen Folgen fürs Alter.
- Notfallreserve: 6–12 Monatsausgaben in liquider Anlage.
Häufige Fehler
- Zu spät anfangen — der Zinseszinseffekt braucht Jahrzehnte.
- Nur auf Steuerersparnis in der Ansparphase schauen, Auszahlungsbesteuerung ignorieren.
- Zu einseitig in Immobilie(n) investieren — Klumpenrisiko.
- BU-Absicherung vernachlässigen.
Wichtig
Die richtige Kombination hängt von Rechtsform, Einkommenshöhe, familiärer Situation und geplantem Ruhestand ab. Für Selbstständige ist eine strukturierte Beratung — idealerweise auf Honorarbasis nach § 34h GewO oder durch die Verbraucherzentrale — besonders sinnvoll.