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ETF-Kosten weiter im Sinkflug: Was TER-Werte unter 0,10 % wirklich bedeuten

21. Juni 2026 · Quelle: BaFin / Bundesverband Investment und Asset Management

ETF-Kosten weiter im Sinkflug: Was TER-Werte unter 0,10 % wirklich bedeutenKI-generiert

Große Anbieter unterbieten sich bei den laufenden Kosten breit gestreuter Welt-ETFs. Warum die Gesamtkostenquote nur einen Teil der Wahrheit zeigt.

Der Preiskampf

Breit gestreute Welt-ETFs auf den MSCI World oder FTSE All-World sind inzwischen mit Gesamtkostenquoten (TER) zwischen 0,07 % und 0,20 % verfügbar. Für Anlegerinnen und Anleger, die per Sparplan langfristig investieren, kann eine niedrige TER über 30 Jahre den Endbetrag um mehrere zehntausend Euro erhöhen — bei sonst gleichen Annahmen.

Was die TER abbildet — und was nicht

Die TER enthält Verwaltungsgebühr, Depotbank- und Prüfungskosten. Nicht enthalten sind:

  • Transaktionskosten innerhalb des Fonds (An- und Verkäufe von Wertpapieren).
  • Spread-Kosten beim Kauf und Verkauf des ETF-Anteils an der Börse.
  • Depotgebühren Ihrer Bank oder Ihres Brokers.
  • Steuern (deutsche Vorabpauschale, Teilfreistellung, Abgeltungsteuer).

Aussagekräftiger ist die sogenannte Tracking Difference — die tatsächliche Abweichung zwischen ETF-Rendite und Indexrendite über 12 Monate. Sie kann bei gut geführten Produkten sogar geringer sein als die TER.

Kein Freibrief für blinde Auswahl

Die günstigste TER nützt wenig, wenn:

  • Der Index nicht zu Ihrer Anlagestrategie passt.
  • Fondsvolumen oder Handelsvolumen zu gering sind (Schließungsrisiko, hoher Spread).
  • Sie steuerlich unpassend investieren (z. B. thesaurierender Fonds im Rentenalter mit Freibedarf).

Was Sie tun können

Vergleichen Sie ETFs auf denselben Index anhand von TER, Tracking Difference, Fondsvolumen und Replikationsmethode. Ziehen Sie bei komplexeren Fragen — etwa zur Depoteröffnung im Kontext der Altersvorsorge — einen Honorarberater oder Verbraucherzentrale hinzu.

Was das für Verbraucher bedeutet

Niedrige TER sind ein Vorteil für langfristige Sparer — aber nur ein Baustein. Achten Sie zusätzlich auf Tracking Difference, Fondsvolumen und Ihre persönliche Steuersituation.